Nachteile des Bauturbos werden offenbar und werfen Fragen auf.
Abriss von Häusern nicht im Sinne der Bürger!
Einem WAZ-Bericht zufolge beabsichtigt die SWB seit März/April die Entwicklung eines umfangreichen Wohnquartiers im Bereich der Lerchen- und Boverstraße. Im Zuge dieser Planungen ist nun zusätzlich der Abriss von 70 Wohneinheiten in der Lerchenstraße vorgesehen, obwohl diese Bauten im Jahr 2019 noch als erhaltenswert eingestuft wurden. Seitens der SWB wird dies nun mit veralteter Haustechnik, mangelnder Barrierefreiheit und unzureichender Energieeffizienz begründet. Obwohl noch Anfang 2026 eine Wohnung neu vermietet wurde, scheint es nun beschlossene Sache zu sein. Die meisten Mieter haben eine Kündigung erhalten, die Meinungen der Bewohner dazu sind dem Bericht zufolge unterschiedlich.
Was aber sicher ist: Günstige Verträge mit einem Quadratmeterpreis von 6 Euro wird es nach der Erstellung des Quartiers nicht mehr geben! Es stellt sich zumindest in diesem Fall die Frage nach der Sinnhaftigkeit des „Bauturbos“. Mit erheblichen Fördermitteln aus Steuergeldern werden Wohnungsbaugesellschaften beim preisgebundenen Wohnungsbau unterstützt.
Unter bestimmten Umständen (ein Antrag gilt bei ausbleibender behördlicher Reaktion innerhalb von drei Monaten als genehmigt) kann so ein Bauvorhaben ohne Änderung eines bisher maßgeblichen Bauleitplans realisiert werden. Ob dadurch im Nachhinein erschwinglicher Wohnraum für Geringverdiener geschaffen wird, ist fraglich oder eher unwahrscheinlich.
Hier werden die Nachteile des sogenannten Bauturbos deutlich. Während eine Umwidmung des Bauobjektes in Raadt (ehemalige ZUE) durch den Bauturbo nicht erforderlich ist und ein Umbau zu Wohnraum zügig erfolgen kann, soll in der Lerchenstraße bestehender, günstiger Wohnraum abgerissen werden. Dies wird primär mit künftig steigenden Energiekosten begründet, die einen Neubau mit höherer Energieeffizienz erfordern würden. Die hausgemachten, exorbitanten Kosten der seit Jahren fehlgeleiteten deutschen Energiepolitik haben zunehmend negative Folgen, die allmählich jedem Bürger bewusst werden sollten.